Christof Lippmann

Eine Geschichte zum Valentinstag über Nazis und Islamisten

Heute am Valentinstag müssten sich Nazis und Islamisten in Größenordnungen Liebesbekundungen zukommen lassen. Warum? Das ist tatsächlich ziemlich übersichtlich. Beide brauchen Hass und beide schenken Hass. Alles ein wenig vereinfacht erklärt und in Teilen satirisch dargestellt:

Islamisten schüren in Deutschland und anderen westlichen Gesellschaften gern Hass und propagieren, dass der Islam abgelehnt würde. Alle Muslime würden gehasst, weil die Religion verabscheut würde und daher sei es nun einmal notwendig zu rebellieren und mit allen, ausdrücklich allen Mitteln den eigenen Stolz und die eigene Religion zu verteidigen.

Als Beispiel werden dafür natürlich – es bietet sich ja auch an – Übergriffe von Nazis auf Muslime genutzt. Davon gibt es reichlich und da gibt es auch nichts zu beschönigen. Niemals rechtfertigt das irgendein Attentat oder einen Amoklauf. Das ist auch klar.

Noch ein wenig spannender wird es dann, wenn man die Debatten beobachtet, die ich derzeit so abspielen. Da bekommt der agitierende Islamistenprediger so viel Wasser auf seine Mühlen, dass er sich ja kaum entscheiden kann, was er denn so als neue Beispiele für die Notwendigkeit des Heiligen Krieges verwenden soll. Ein echtes Luxusproblem. Aber tatsächlich fällt es derzeit nicht leicht, immer den Unterschied zwischen Agitation gegen Gewalttäter und einer grundsätzlichen Islamkritik zu finden. Eine echte Liebesbekundung an jeden Hassprediger.

Um das noch mal ganz klar zu sagen: Zwangsheiraten, Genitalverstümmelungen, Unterdrückung der Frauen – das ist ganz großer Mist und da gibt es gar nichts zu beschönigen. Aber – funfact – das hat der Islam gar nicht exklusiv. Das sind im Allgemeinen eher so Angelegenheiten, die aus dem Patriarchat gewachsen sind und das ist bekanntlich interreligiös. Witwenverbrennungen im Hinduismus, Mehrfachehe bei den Mormonen, das Amtsverbot für Frauen in der Katholischen Kirche , man könnte das fortsetzen. Das gibt es auch im Islam, aber eben nicht nur da.

Aber was ist schöner, als ein klares Feindbild? Was ist einfacher, als „die Araber“ zu verfluchen? Alles andere ist ja viel zu komplex und somit zu anstrengend. Und dann wird es einfach für jeden Nazi. Die ganzen Islamisten (man könnte zwischen Muslimen und Islamisten unterscheiden, das würde aber die eigene Agenda stören) wollen hier bei uns nur Terror verbreiten und uns ihre Lebensweise mit Zwangsheiraten, Alkoholverbot und Unterdrückung der Frauen aufzwängen. Zack ist die Sache fertig und die Rollen sind klar verteilt.

Und jedes Mal, wenn ein fanatischer Islamist mit einem Auto in eine Menschenmenge fährt oder mit einem Messer auf andere losgeht, freut sich der Nazi.

 

Am Ende: wir haben viel zu tun, um bei der Integration besser zu werden. Wir sind gut beraten, eine Willkommenskultur ernst zu meinen und zu leben. Menschen, die warum auch immer zu uns gekommen sind, sollten einen Grund haben, hier keinen Mist zu machen. Das ist aber auch unsere Aufgabe, das ist keine Einbahnstraße. Nein, nicht alle Zuwanderer sind liebe Menschen. Da gibt es miese Typen, wie es sie bei uns ja auch gibt. Das zu leugnen wäre Quatsch. Vermutlich ist die Quote von miesen Typen aber global relativ gleichbleibend. Für Leute, die böse Absichten haben, gibt es Sicherheitsbehörden. Die müssen ihren Job machen. Absolute Sicherheit gibt es aber nicht. Auch das muss klar sein.

Also: es ist Valentinstag. Seid lieb zueinander. Dann wird der Rest schon werden.

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Christof Lippmann